2010 - ein neues Jahr, ein neues Jahrzehnt.
Kommen jetzt der erwartete Frieden und die Rettung des Klimas? Was haben wir uns alles vom neuen Jahrtausend versprochen und nun sind schon zehn Jahre rum. Nutzen wir die restlichen 90 Jahre, um den Frieden zu erreichen. Das Friedensbildungswerk wird seinen Beitrag dafür leisten.
Dabei steht es selbst vor großen Herausforderungen. Wir haben als Kleinsteinrichtung der Erwachsenenweiterbildung vom Ministerium ebenfalls den Auftrag erhalten, unser Haus und unsere Arbeit qualifizieren zu lassen. Der Qualifizierungsweg ist aufwendig und erfordert viel Arbeitszeit von den Hauptamtlichen und dem ehrenamtlichen Vorstand. Damit wird aber unsere Arbeit noch qualitativ wertvoller.
Im Fachbereich Mediation hat es einige Veränderungen gegeben. Eine davon war sehr traurig. Unsere liebe Kollegin im Mediationsteam Bettina Vitt ist im September durch einen Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Sie war gerade mit vollem Elan gestartet und hat unsere Mediationskurse geleitet. Nun werden wir in ihrem Gedenken weiterarbeiten am Frieden und an einer friedlichen Welt.
Unsere Mediationsfortbildungen werden immer mehr von Einrichtungen und Institutionen nachgefragt. Im Jahre 2010 starten wir zusammen mit der Architektenkammer Niedersachsen, der Handwerkskammer Hannover, der Ingenieurkammer Niedersachen und der Rechtsanwaltskammer Celle eine Mediationsfortbildung in Hannover. Sie richtet sich an ArchitektInnen, Ingenieure, PlanerInnen, Handwerker, die ein Interesse haben, mit Konflikten konstruktiv umzugehen.
Weiter nachgefragt ist die Mediation an Förderschulen und in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Hier haben wir 2008 mit unserem 1. Preis des Kölner Innovationspreises Behindertenpolitik für unser Konzept der Streitschlichtung von und mit Menschen mit geistiger Behinderung eine gute Anerkennung erhalten. Zunehmend findet diese Mediation eine breite Akzeptanz.
Im November 2009 waren gut 40 StreitschlichterInnen mit einer Behinderung zu einer ersten Tagung zusammengekommen. Das Friedensbildungswerk Köln hat zusammen mit den Gemeinnützigen Werkstätten Köln eingeladen zu einem Erfahrungsaustausch über ihre engagierte Arbeit.
Wir verstehen unsere Bildungsarbeit als Friedensarbeit. Unsere ReferentInnen haben eine hohe Kompetenz in Fragen von Sicherheit und Frieden. Sehr schade finden wir, dass das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen nicht mit uns eine Kooperationsvereinbarung geschlossen hat, sondern mit dem Wehrbereichskommando II.
Auch wir würden gerne informieren „im schulischen Kontext Schülerinnen und Schüler über die zur Friedenssicherung möglichen und/oder notwendigen Instrumente der Politik.“ Nicht nur in Schule darf die Bundeswehr tätig sein, der Kooperationsvertrag regelt auch die Einbindung der Jugendoffiziere in die Aus- und Fortbildungen von Referendarinnen und Referendaren sowie Lehrkräften.
Das Friedensbildungswerk ist mit zahlreichen Personen und Organisationen, Gewerkschaften, LehrerInnen und SchülerInnen entsetzt über diese einseitige Ausrichtung der Bildungsarbeit. Wir machen mit bei der Kölner Initiative „Schule ohne Bundeswehr“!
www.friedensforum-koeln.de/downloads/DieSchulederNationistdieSchule.pdf
Eine Frage noch ans Ministerium: Ist die Bundeswehr überhaupt qualifiziert?
Für den Vorstand
ROLAND SCHÜLER