FRIEDENSBILDUNGSWERK

1|2010

GEDENKTAG 27. JANUAR

Abend- und Einzelveranstaltungen Januar bis August 2010

22.01. Kölner Lernfest

27.01. Gedenktag 27. Januar

28.01. Strahlende Castoren

01.02. Mediation bei Planen und Bauen

02.03. Nachrichten aus dem Loch

05.03. Mediation GB

15.03. Zauberwort Mediation

08.05. Widerstand! Für das Leben

08.06. Ohne Ansehen der Person - Computerspiele

Noch nicht terminierte Veranstaltungen. Bitte später auf unserer Internetseite nachsehen oder im Büro nachfragen.

Schule ohne Bundeswehr - Diskussion zur Landtagswahl

Fußball in Südafrika - in einem Land voller Gegensätze

 

AntoniterCitykircheKinder als Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, gedenken wir aller Verfolgten und Ermordeten der Nazi-Diktatur, ihrer Leiden, Qualen und Erniedrigungen.

Am 27. Januar 2010 stellen wir die schwächsten und hilflosesten der Opfer, die Kinder, in den Mittelpunkt unseres Gedenkens, indem wir Schicksale Kölner Kinder vorstellen .

Von Anfang an waren in Köln tausende jüdische Kinder durch die Rassenpolitik der Nazis betroffen: Schon 1933 wurden sie nicht mehr in öffentliche Schulen aufgenommen, sondern konnten nur noch auf jüdische Schulen gehen. Ihre Eltern verloren ihre Existenz durch Diskriminierung, Berufsverbote, Boykott und Enteignung. Einigen Kindern konnten die Eltern das Leben retten, indem sie diese allein ins Ausland schickten, während sie selbst in Deutschland bleiben mussten und später in der Regel deportiert wurden. Die Kinder sahen ihre Eltern meist nie wieder. 1100 Kinder, die namentlich bekannt sind, wurden von Köln-Deutz aus in Ghettos und Vernichtungslager deportiert und dort ermordet.

Auch die Kinder der Sinti und Roma wurden seit Beginn der NS-Herrschaft verfolgt. Ab 1935 mussten in Köln alle nicht sesshaften Roma und Sinti in einem Lager in Bickendorf leben. Viele von ihnen, auch Kinder, wurden sterilisiert. Ab 1939 durften sie keine öffentlichen Schulen mehr besuchen. Im Mai 1940 wurden 1000 Sinti und Roma mit ihren Kindern in das besetzte Polen deportiert. Die meisten überlebten die Deportation nicht. 1942 wurden die letzten in Köln verbliebenen Familien in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert und dort ermordet.

Zehntausende Kinder von Zwangsarbeitern, vor allem aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion, wurden mit ihrer Familie nach Deutschland verschleppt, zahlreiche auch nach Köln. Viele Kinder starben schon auf den langen Transporten in Viehwaggons. Während die Eltern Zwangsarbeit leisten mussten, waren ihre Kinder sich selbst überlassen, durften nicht zur Schule, litten Hunger und wurden schnell krank. Viele starben an Infektionen und bei Bombenangriffen. Denen, die Deportation und Krieg überlebten, waren Kindheit und Jugend, oft auch die Gesundheit für ihr weiteres Leben zerstört.

Entsprechend dem Schwur von Buchenwald – „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel!“- sind wir alle aufgefordert, einen persönlichen Beitrag zu leisten, dass die UN-Kinderrechtskonvention weltweit durchgesetzt und eingehalten wird, damit Kindern in Zukunft solche Schicksale erspart bleiben.

Das Friedensbildungswerk Köln e.V. ist mit weiteren Kölner Organisationen Mitveranstalter der zentralen Gedenkveranstaltung .

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus

Mi 27. Januar 2010, 18 Uhr in der AntoniterCitykirche, Köln, Schildergasse

Anschließend Mahngang zur Jawne (ehemaliges jüdisches Gymnasium) in der St. Apernstrasse.

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