Politik & Gesellschaft
Die Frage nach Krieg und Frieden geht weit über militärische Konflikte hinaus. Für den inneren Frieden unserer Gesellschaft ist zum Beispiel auch wichtig, wie Politiker mit unseren Daten umgehen, inwieweit sie Bürger an Entscheidungen beteiligen und was wir aus der Geschichte lernen. Zu solchen Themen bieten wir Diskussionsveranstaltungen, Bildungsurlaube und Vorträge.
>> Fotos und weitere Informationen über die KursleiterInnen finden Sie in der Rubrik Dozentinnen & Dozenten.
- Mi 29.02.2012 : Zum Einsturz des Historischen Archivs
- Sa 03.3.2012 : Unterwegs als sicherer Ort - Film über P. Finkelgruen
- Mi 07.03.2012 : Westcastoren – von Jülich nach Ahaus
- So 11.03.2012 : Jüdische Geschichte, Religion und Speisegesetze
- Mo 26.03.2012 : Rating Agenturen
- Di 17.04. / Mi. 18.04.2012 : Politische Mediation
- Jeden Mittwoch : Neue Arbeit – vor Ort in Köln-Mülheim
- Jeden 2 & 4. Mittwoch : attac Köln – Vom Bildungstribunal zum Aktionsnetz
Ort des Gedenkens – zum Einsturz des Historischen Archivs
Zum 3. Jahrestag des Archiveinsturzes 2009 veranstalten wir einen Gesprächs-Abend am Mittwoch, 29.02.2012 um 20.00 Uhr im Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln-Altstadt / Eintritt frei

Kölner Stadtarchiv nach dem Einsturz © Frank Domahs
Vor drei Jahren – am 3.3.2009 – wurde das Historische Archiv der Stadt zum Einsturz gebracht und begrub die Stadtgeschichte in einem tiefen Trümmerloch, nahm zwei Menschen das Leben und bedeutete einen tiefen Einschnitt in das Stadtleben. Heute sind über 90% der Archivmaterialien geborgen, aber vielfach zerstört. Die Restaurierung wird über 30 Jahre dauern. Die Frage nach der Verantwortung ist immer noch offen. Welche Form des Gedenkens an Orten von solch traumatischem Geschehen lassen sich finden? Wie geht eine Stadtgesellschaft mit dieser Wunde um? Diese Frage wird nicht nur in Köln am Beispiel des Historischen Archivs gestellt. Auch in Duisburg ist die Frage der Gestaltung des Raums um das Unglück der Loveparade noch offen und wird diskutiert. In Köln hat sich im Rahmen des städtischen Workshops zur zukünftigen Bebauung des ehemaligen Archivsgeländes eine Arbeitsgruppe mit der Fragestellung des Gedenkens beschäftigt.
An dieser Arbeitsgruppe nahmen Dorothee Joachim, Eusebius Wirdeier und Roland Schüler teil. Wir wollen uns am Abend des 29.02. im Gespräch mit Gästen intensiv der Frage der Form von Gedenken nach Unglücken großer gesellschaftlicher Relevanz stellen. Ein Vertreter der Initiative "Bürgerkreis Gedenken" aus Duisburg wird ebenfalls teilnehmen. Dorothee Joachim ist Anwohnerin, Künstlerin und Nachlassgeberin im Historischen Archiv, Roland Schüler ist Geschäftsführer des Friedensbildungswerks, dessen Geschichte ebenfalls in den Trümmern liegt. Eusebius Wirdeier ist Kölner Fotograf und hat sich seit 2003 intensiv mit dem Waidmarkt beschäftigt und alle Ausgrabungen und Bauarbeiten im Foto dokumentiert. Aktuell ist sein Buch "Zeitraffer Waidmarkt – Bildarchiv 2004 - 2011" erschienen.
>> Mehr Informationen im PDF hier
"Unterwegs als sicherer Ort"
Ein Film über das Leben von Peter Finkelgruen
Sa 03.03.2012 / 15.00 – 17.00 Uhr / EL-DE-Haus, NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln-Innenstadt /
Eintritt frei gegen Spende / Kurs 65-F4

Filmplakat(Ausschnitt)
Peter Finkelgruen, Dietrich Schubert (angefragt). In "Unterwegs als sicherer Ort" von 1997 begleitete der Kölner Filmemacher Dietrich Schubert den in Köln lebenden Juden Peter Finkelgruen auf den Spuren seiner Emigrationsgeschichte. Auf der Suche nach dem Mörder seines Großvaters, der in Theresienstadt ermordet worden war, reist Peter Finkelgruen über seinen Geburtsort Shanghai bis nach Haifa. Hier war er als Neunjähriger 1951, nach dem Tod der Eltern, mit seiner Großmutter übergesiedelt. Für Peter Finkelgruen, der sich "unbeheimatet" fühlt, ist die Spurensuche zugleich eine Suche nach den eigenen Wurzeln. In Anwesenheit von Peter Finkelgruen und vom Filmemacher Dietrich Schubert (angefragt) aus Anlass des 70. Geburtstages von Peter Finkelgruen.
Eintritt frei – Um eine Spende für das Projekt des Jüdischen Nationalfonds für einen Wald im Norden Israels, der nach Peter Finkelgruen benannt wird, wird gebeten.
>> Die Einladung zum Film als pdf
>> Mehr Informationen zum Film hier als pdf
Veranstalter: Friedensbildungswerk Köln, Verein EL-DE-Haus e.V., NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Verband deutschsprachiger Autoren im Ausland – ehemals exil-P.E.N., Jüdischer Nationalfonds, Rhenania Judaica, Edelweißpiratenclub e.V. , deutsch-jüdische Internetmagazin haGalil www.hagalil.com
Zum 70. Geburtstag wird am Freitag 09. März 2012 um 15.00 Uhr in alter Tradition ein Baum auf dem Sülzgürtel/ Ecke Berrenrather Str. in Köln-Sülz gepflanzt und anschließend findet ein Geburtstagsfest in der Paul-Gerhardt-Kirche am Lindenthalgürtel statt.
>> Mehr Informationen in der Geburtstagseinladung als pdf
Rating Agenturen – Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart
Mo 26.3.2012 / 20.00 – 22.15 Uhr
Friedensbildungswerk Köln, Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln Altstadt / 3 Ustd / Preis: 5 Euro / Kurs 65-W3
Dr. Werner Rügemer. Wer steckt eigentlich hinter den Rating-Agenturen, von denen im Zuge der Finanzkrise so oft die Rede ist? Wer handelt hinter den Kulissen der Kapitalmärkte? Werner Rügemer hat sich derer angenommen und legt die Eigentümerstruktur der drei großen Agenturen offen.
Er zeigt auf, wie sie arbeiten und nach welchen Kriterien sie ihre Ratings erteilen, die dann für die Auswirkungen auf dem Kapitalmarkt, Finanzmarkt und für die Politik so wesentlich sind. Die Folgen tragen dann die Menschen in einer Gesellschaft. Dr. Werner Rügemer ist Publizist und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von attac und bei Buisiness Crime Controll. In Köln hat er sich jahrelang mit den Machenschaften des privaten Bankhauses Oppenheim beschäftigt und sie offengelegt, bevor andere es überhaupt wahrhaben wollten und immer noch an das Gute am Bankhaus glaubten.
Im März 2012 wird dazu ein Buch von Werner Rügemer erscheinen.
>> Eine Ankündigung hier als JPEG
Westcastoren – der Transport von Jülich nach Ahaus
Mi 07.03. 2012 / 20.00 – 22.15 Uhr
Atomisches Café, Ludolf-Camphausen-Straße 36, 50672 Köln
Nähe Hans-Böckler-Platz / Eintritt frei / 65-W2

Schienenbesetzung © Quelle: westcastor.de
Siegfried Faust. In der ehemaligen Kernforschungsanlage Jülich wurden in einem Forschungsreaktor erste Schritte zur atomaren Energiegewinnung unternommen. Seit Jahren ist der Reaktor stillgelegt und die Anlage heißt nun Forschungszentrum Jülich. Doch die Altlasten in Form von hochradioaktiven Brennelementekugeln liegen dort noch. In Castoren. In einem Zwischenlager. Nun möchte der heutige Betreiber diese 152 Castoren gerne loswerden und will sie nach Ahaus in ein anderes Zwischenlager bringen. Das bedeutet zahlreiche Castortransporte im Westen. Mit dem LKW über die Straßen des Niederrheins und Münsterlandes. Seit einem Jahr arbeitet ein breites Bündnis zu diesem Thema. In der Aufsichtsratssitzung des Forschungszentrums Jülich am 30.11. 2011 wurde ein Antrag der NRW-Landesregierung auf Einstellung der Transporte von der Bundesregierung abgelehnt.
>> Mehr auf www.westcastor.de
In diesem Jahr 2012 findet der Ostermarsch Rheinland aus dem aktuellen Anlass der Castortransporte in Jülich statt. Siegfried Faust und Menschen aus dem Westcastor-Bündnis informieren über die Problematik der Castoren und deren Transporte und die weiteren Folgen des Abbaus des Reaktors in Jülich.
Fachtagung Politische Mediation - Vermittlung in politischen Konflikten
Dienstag 17.04. und Mittwoch 18.04.2012 /
Stuttgart / Preis 75 Euro / 65-M1

Stuttgart Hbf, Abrissarbeiten am Nordflügel, 26. August 2010 © Quelle: Wikipedia
In Stuttgart hat in Folge des Bahnhofsstreits eine Schlichtung der besonderen Art stattgefunden. BürgerInnen haben erreicht, dass ein jahreslang umstrittenes Großprojekt öffentlich in einem besonderen Rahmen von PlanerInnen und BefürworterInnen wie engagierten GegnerInnen diskutiert wurde. Am Ende gab es dann den Schlichterspruch von Heiner Geißler. Der Bundesverband Mediation hat unter seinen MediatorInnen eine Anzahl von Aktiven, die sich der politischen Mediation verschrieben haben. Auch das Friedensbildungswerk Köln tritt für eine Vermittlung in politischen Konflikten ein. Für uns stellt sich die Frage nach dem besonderen Anforderungsprofil an Politische Mediation und wie sich auf dieser Grundlage ein konsensfähiges Konzept für die Konfliktvermittlung erarbeiten lässt. Wir wollen mit MediatorInnen, einer breiten Öffentlichkeit, den engagierten Menschen aus sozialen Bewegungen und Politik zu diesem Thema arbeiten. Wir, das sind Christoph Besemer, Brigitte Gans, Ursula König, Milan, Prof Dr. Orwin Renn, Roland Schüler und Gisela Wachinger. Dahinter stehen folgende Verbänden und Organisationen: Friedensbildungswerk Köln, Werkstatt für gewaltfreie Aktion Freiburg, Dialogik gGmbH, Förderverein Mediation im öffentlichen Bereich. Die bundesweite Tagung soll in Stuttgart oder Umgebung stattfinden. Das genaue Programm befindet sich zur Zeit in Arbeit.
>> Einen ersten Entwurf finden Sie hier
Jüdische Geschichte, Religion und Speisegesetze
So 11.03.2012 / 18 bis ca. 21.30 Uhr
Führung und ein Drei-Gang-Menü
4 Ustd / Preis: 45 (35) Euro (ohne Getränke) /Kurs 65-F2
Dr. Manfred Faust / Israel Meller. Wir laden Sie ein zu einem Besuch bei der Kölner Synagoge-Gemeinde. Nach einer Führung durch die Synagoge mit Erläuterungen zu jüdischer Geschichte und Religion wird Ihnen an einer festlich gedeckten, großen Tafel ein traditionelles dreigängiges Menü im koscheren Restaurant der Synagoge serviert. Während des Essens lernen Sie die jüdischen Speisegesetze kennen und erfahren vieles über traditionelle Rezepte und Essgewohnheiten. Die Menüvorschläge des Restaurants, unter denen Sie auswählen können, werden Ihnen rechtzeitig vor der Veranstaltung zugesandt. Wir haben genügend Zeit, alle Fragen zum Judentum, die Sie schon immer loswerden wollten, zu diskutieren und zu beantworten. Die Männer benötigen eine Kopfbedeckung.
Dr. Manfred Faust ist Historiker, Israel Meller arbeitet für die Synagogen-Gemeinde Köln. Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben. Anmeldung erforderlich.
zurück zur Übersicht zur Anmeldung
Neue Arbeit – vor Ort in Köln-Mülheim
Jeden Mittwoch /
09.00 – 12.00 Uhr
INA, Düsseldorfer Straße 74, Köln-Mülheim / Teilnahme kostenlos / Kurs 65-I1
Heinz Weinhausen. „Neue Arbeit” steht für selbstbestimmtes, gemeinwesenorientiertes, umweltverträgliches Wirtschaften und Arbeiten. Die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (SSM) praktiziert dies seit mehr als 20 Jahren. Bei ihren wöchentlichen Gesprächskreisen berichtet die SSM über Aktivitäten und Perspektiven.
attac Köln – Vom Bildungstribunal zum Aktionsnetz
Jeden 2. & 4. Mittwoch im Monat /
20.00 - 22.15 Uhr
Alte Feuerwache, Köln-Agnesviertel / Teilnahme kostenlos / Kurs 65-P3
Oswald Pannes. "Mit der jetzt eingeführten Gemeinschaftsschule und der geplanten Sekundarschule wird keines der Grundprobleme des selektiven gegliederten Schulsystems gelöst. Zwar sehen die Grundkonzepte wichtige Ziele vor - etwa längeres gemeinsames Lernen und Inklusion. Erreicht werden diese aber nur in höchst eingeschränktem Maße.
Die tatsächliche Lösung kann nur "eine Schule für alle" bieten. Auf dem Weg dahin ist die integrierte Gesamtschule das am weitesten fortgeschrittenste Modell. Die überkommenen und aktuellen Probleme des deutschen Bildungswesens werden also nicht durch weitere Schulformen auszuräumen sein, sondern nur durch den flächendeckenden und durchaus auch reformierenden Ausbau der Gesamtschule.
Dagegen aber stehen mächtige konservative und eliteorientierte Kräfte. Wie denen wirksam begegnet werden kann, soll auch im ersten Halbjahr Schwerpunktthema im attac-Arbeitskreis Bildung & Erziehung sein."
Am 11. Januar 2012 veranstaltet attac einen Abend mit Dr. Matthias Burchardt zum Thema "Bertelsmänner an die Tafeln?"
>> Mehr zu dieser Veranstaltung hier als Pdf
![]()


